Es war einmal vor langer Zeit, als noch die Natur über
die Welt herrschte, als Flüsse aus hochgelegenen Bergen in die dichtbewaldeten
Täler flossen und als alles Leben durch die mystische Kraft der Natur geboren wurde.
Es begann die Entwicklung der Menschheit und auch der Kulturen...
Lanna, ursprünglich "anachak lanna tai", bedeutet
"Land der Tausend Reisfelder" und ist eine Beschreibung für den Norden Thailands -
eine Landschaft, welche von Ausläufern der gewaltigen Bergketten des Himalaya
geprägt wird. Mitte des 13. Jhdts. wurden hier unterschiedliche,
souveräne Volksgruppen der Lawa, Mon und Burmesen, später auch
der Khmer und der Laoten in dem Königreich "anachak lanna tai" vereint.
Das Zusammenleben wurde durch die Einführung eines auf buddhistischen
Grundlagen beruhenden Ehrenkodexes geregelt. Nach Generationen entstand aus
dieser Vielfalt von Traditionen eine Kultur, die sich signifikant von der des restlichen Siams unterschied.
Lannas Bewohner sind berühmt für das Kunsthandwerk.
Sie verbinden ihre Handfertigkeit mit einem eigenen, urtümlichen, filigranen Stil,
der sonst nirgendwo auf der Welt zu finden ist. Mit sprichwörtlicher Ruhe und Bedacht
werden die Kunstprodukte, seien es Holzschnitzereien, Keramik- oder Silberarbeiten, gestaltet und
auf authentische Weise hergestellt.Über allem steht dabei die tiefe Überzeugung, alle
Dinge seien beseelt: jeder Berg, jeder Fluß, jeder Baum, jeder Stein oder auch jene, welche aus
ihnen gewonnen werden. Der Glaube an Geister ist fest verwurzelt und lebendig wie schon vor Tausenden von
Jahren. Es ist daher für die Entstehung der Kunstwerke bedeutsam, daß ihnen eine
Symbolik als Schutz vor schlechtgesinnten oder bösen Geistern zu Grunde liegt.
Tradition, Glaube und Kultur bestimmen auch heute noch das Denken und Handeln der Menschen
im "Land der Tausend Reisfelder": sie sind Kunsthandwerker von Natur aus. |